Wohnbau MIeTGESTALTEN

Was ist mietgestalten?

mietgestalten ist ein Projekt für Menschen, die an Ihrem Wohnumfeld und der Wohnung mitplanen und in einer lebendigen Nachbarschaft wohnen wollen. Die Wohnungen werden im geförderten Wohnbau errichtet und in Miete zzgl. geringem Eigenmittelbeitrag ohne Kaufoption durch den Bauträger vergeben. Es werden zwei Häuser entstehen, in denen Mitgestaltung und Gemeinschaft viel Platz finden.

Wo liegt mietgestalten?

  • Im Entwicklungsgebiet Wildgarten, Wien 1120, zwischen Kleingartensiedlung Rosenhügel und Südwestfriedhof
  • Näheres zum Wildgarten

Welche Möglichkeiten haben Sie bei mietgestalten?

  • Im Entwicklungsgebiet Wildgarten, Wien 1120, zwischen Kleingartensiedlung Rosenhügel und Südwestfriedhof
  • Sie lernen die anderen BewohnerInnen des Hauses bereits jetzt kennen.
  • Sie erleben Gemeinschaft und Austausch, bereits ab der Planungsphase.
  • Sie wohnen in einer lebendigen Nachbarschaft.
  • Ihre Wünsche zur Lage ihrer Wohnung werden berücksichtigt.
  • Ihren Wohnungsgrundriss entwickeln die Architekten gemeinsam mit Ihnen.
  • Sie können bei Gemeinschaftsräumen und Gemeinschaftsfreiräumen mitgestalten.

Was erwartet Sie bei mietgestalten?

  • Kommunikationsfördernde Erschließung
  • Gemeinschaftsflächen in Haus und Garten, gemeinschaftlich genutzte Dachterrasse
  • Professionelle Moderation des Mitgestaltungsprozesses
  • Miete zw. 8,5-10,5€/m² brutto je nach Lage im Haus
  • Eigenmittel 69€/m² (rückzahlbar bei Auszug)
  • Baubeginn Frühjahr 2019, Fertigstellung Sommer 2020

Wer ist mietgestalten?

  • eine wachsende Anzahl an MietgestalterInnen.
  • EGW Heimstätte realisiert das Projekt als Bauträger.
  • raum & kommunikation hat das Konzept entwickelt und gestaltet den Partizipationsprozess.
  • Caramel Architekten planen das Haus.
  • YEWO Landscapes planen den Freiraum.

Kontakt: wildgarten@egw.at

Stadtentwicklungsgebiet Wildgarten – Wohnen am Rosenhügel

Der Wildgarten verbindet Wohnen mit der Ursprünglichkeit der Natur

Am Südosthang des Wienerwaldes entsteht in den nächsten Jahren Wiens erstes Wohnquartier in einem Wildgarten. Auf etwa 11 Hektar werden 2.300 Menschen mit der Natur, nachbarschaftlich und doch städtisch leben (ca. 1.100 Wohnungen, freifinanziert und zum Teil gefördert). Vielfältige Wohnformen von Miet- über Eigentumswohnungen bis hin zu Baugruppen profitieren von großzügigen Freiräumen mit unterschiedlicher Nutzungsintensität, vom Gemeinschaftsgarten bis zur Blumenwiese und Wildhecke. Das Konzept sieht leistbares, urbanes Wohnen im Grünen vor, individuell aber nicht anonym. Der Grün- und Freiraum bildet dabei das Grundgerüst, auf dem der städtebauliche Entwurf aufbaut.

Ende 2011 wurde auf Basis des Siegerprojekts zum Wettbewerb EUROPAN 10 (Architekten: arenas.basabe.palacios arquitectos, Madrid) ein kooperativer Planungsprozess für die Liegenschaft im 12. Bezirk initiiert. Das Ergebnis dieses Planungsprozesses – ein Masterplan (‚Gartenstadt 2.0’), der zusammen mit dem Bebauungsplan und einem Qualitätszielkatalog das verpflichtende Regelwerk für Planungen und Nutzungen im Wildgarten darstellt – wurde 2014 mit dem Holcim Award für Europa in Bronze ausgezeichnet.

Die Besiedelung ist für 2019 vorgesehen. Am 24.05.2019 öffnete das behutsam sanierte Wildgartenhaus (inkl. Kindergarten und Nachbarschaftszentrum; Architektur M&S Architekten ZT) im Rahmen eines Tags der Offenen Tür seine Pforten.

Zusammen mit der Caritas Wien Stadtteilarbeit, welche zukünftig vor Ort im Nachbarschaftszentrum im Wildgartenhaus identitätsstiftende und vernetzende Veranstaltungen und Aktivitäten anbieten wird, hat raum & kommunikation die ARE Development GmbH beraten

  • bei der Entwicklung von Organisations- und Verwertungsstrukturen, die den komplexen Anforderungen an die Verwaltung der Liegenschaft gerecht wird
  • beim Aufbau des Nachbarschaftszentrums im denkmalgeschützten Gebäude am Emil-Behring-Weg, welches bereits in der Bauphase als Kontaktpunkt für AnrainerInnen, WohnungsinteressentInnen und die weitere Öffentlichkeit dient (ergänzende Expertise, Veranstaltungskonzeption und -organisation, Leistungsbild für das Nachbarschaftszentrum)
  • beim Aufbau von Strukturen für koordinierte Planung und Errichtung, Bespielung und Verwaltung der siedlungsbezogenen Freiflächen und Gemeinschaftseinrichtungen

Kooperatives Planungsverfahren Raffenstättergasse

Kooperatives Planungsverfahren (Atelierverfahren) mit kontinuierlicher BürgerInnen-Beteiligung

Die gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaften „Neue Heimat“, GEWOG und SCHWARZATAL sowie die JOSEFSDORF Wohneigentums GmbH planen die Errichtung von (geförderten) Wohnhausanlagen nördlich der Hirschstettner Straße im 22. Gemeindebezirk Wiens. Auf den Bauplätzen wird eine mehrgeschossige Bebauung mit standortkompatibler Dichte angestrebt.

Zur Ermittlung eines städtebaulichen Gerüsts als Grundlage für die Neufestsetzung der Flächenwidmungs- und Bebauungsbestimmungen für das Gebiet nördlich der Hirschstettner Straße wurde ein kooperatives Planungsverfahren durchgeführt mit vorgeschaltetem zweistufigen Auswahlverfahren (anonymes Screening, nonymes Hearing) sowie prozessbegleitender AnwohnerInnen-Konsultation und Beteiligung, d.h. AnwohnerInnen-Vertreter nahmen als Teil der Begleitgruppe am Verfahren teil.

Das Atelierverfahren mit insgesamt zwei Planungsteams wurde als iteratives Entwicklungsverfahren konzipiert, bei dem Interaktion und Kooperation aller Beteiligten im Vordergrund stehen. Die Planungsteams erarbeiteten gemeinsam mit den wichtigsten Stakeholdern (Liegenschaftseigentümerinnen, externe BeraterInnen, VertreterInnen der Stadt Wien / MA 21, 22. Bezirk etc.) und der Verfahrenssteuerung ein gemeinsames städtebauliches Konzept als Basis für die Flächenwidmung.

raum & kommunikation war im Auftrag der Bauträgerinnen für Konzeption, Organisation und Betreuung des gesamten kooperativen Planungsprozesses sowie die Moderation und Durchführung der Kolloquien und der BürgerInnen-Beteiligungstermine verantwortlich. Die anschließende Zusammenstellung der Ergebnisse und Schätzung der Herstellkosten der öffentlich zugänglichen Grün- und Freiflächen / Infrastrukturen (Planungshandbuch) zwecks Sicheurng der Ergebnisse aus dem kooperativen Planungsverfahren erfolgt ebenfalls unter Federführung von raum & kommunikation.

Klausurplanungsverfahren Dresdner Straße 84-90

Im Einvernehmen mit der Stadt Wien und mit dem Abgeber Dr. Lamberg GmbH loben ARWAG und MIGRA ein Klausurplanungsverfahren und einen anschließenden geladenen Realisierungswettbewerb für ArchitektInnen aus. Ziel des Klausurplanungsverfahrens, welches durch raum & kommunikation organisiert und begleitet wurde, war die gemeinsame Definition städtebaulicher Rahmenbedingungen und Ausschreibungsparameter als Grundlage für den anschließenden Realisierungswettbewerb und die planrechtliche Festsetzung durch den Gemeinderat.

Das Planungsgebiet mit insgesamt 6.880 m² Grundfläche, welches unmittelbar östlich an das Nordwestbahnhofareal angrenzt, wird infolge der bereits heute planrechtlich festgesetzten Verlängerung der Traisengasse (bzw. ‚Wallensteinstraße Neu’) neu in zwei Bauplätze geteilt. Vorgesehen ist der Abbruch des sich derzeit auf dem Grundstück befindlichen Autohauses und die Neubebauung als Wohnanlage mit einem oder zwei Hochpunkten (Hochhaus) als Weiterführung der bestehenden und geplanten Hochhausstandorte im Umfeld. Neben Wohnungen (teilweise für die Wohnbauförderung geeignet) soll auch soziale Infrastruktur wie Kindergarten, Schule sowie Nahversorgung vorgehalten werden, insbesondere in den Sockelzonen.

Das Klausurplanungsverfahren mit insgesamt vier geladenen Architekturbüros wurde als iteratives Entwicklungsverfahren konzipiert, bei dem Interaktion und Kooperation aller Beteiligten im Vordergrund stehen. Die Planungsteams haben am Ende des zweitägigen Klausurplanungsverfahrens gemeinsam mit den wichtigsten Stakeholdern und der Verfahrenssteuerung ‚Regeln’ als Grundlage für den Realisierungswettbewerb aufgestellt; u.a. zu den Themen Verschattung, Festlegung eines Hochhausstandorts mit einem Hochpunkt mit ca. 80m, geschlossene Gebäudekanten entlang der Dresdner Straße und Wallensteinstraße, belebte und nutzungsflexible Sockelzonen (hybrider Gebäudekomplex), Umfang und Nutzungsverteilung der sozialen Infrastruktur (Kindergarten, Schulstandort), überschlägige Schätzung der Bruttogeschoss- und Wohnnutzflächen.

Nach Abschluss des Verfahrens erfolgt die Durchführung eines Realisierungswettbewerbs sowie die Präsentation des Projektes gemäß den Vorgaben des Wiener Hochhauskonzeptes. Danach erfolgt die Erarbeitung des Entwurfs für einen Flächenwidmungs- und Bebauungsplan durch die MA 21.

Wohnprojekt Künstlergasse 14

Die Privatstiftung zur Unterstützung und Bildung von ArbeitnehmerInnen (kurz PUBA) realisierte im Zuge der von der Stadt Wien geförderten Sanierung zweier Häuser im 15. Wiener Gemeindebezirk gemeinsam mit einer Gruppe junger Menschen das Wohnprojekt „Wohnraum Künstlergasse“, das einen besonderen Schwerpunkt auf künstlerische und Bildungs-Aktivitäten sowohl in der Gruppe als auch im Wohnumfeld legt.

Nach einem ersten erfolgreichen Projekt in der Grundsteingasse im 16. Wiener Gemeindebezirk und wachsender Nachfrage nach gemeinschaftlichen Wohnformen hat die PUBA auch in der Künstlergasse Nr. 14 Mietwohnungen für ein Wohnprojekt zur Verfügung gestellt. Durch das Büro raum & kommunikation wurde der Kontakt zwischen Wohnprojekt-InteressentInnen und der PUBA hergestellt.

Die Wohngruppe besteht aus jungen Menschen im Alter von 0 bis 39 Jahren – Kinder, SchülerInnen, Studierende und Berufstätige aus den Bereichen Kunst, Kultur, Pädagogik und Sozialforschung – und aus dieser Gruppe heraus wurde der Verein „Wohnraum Künstlergasse“ gegründet.

Gemeinsam mit dem Architekten Wolf Klerings haben die Bauträger und die Wohngruppe eine Wohnform realisiert, die gemeinschaftliches, kinderfreundliches, ökologisch bewusstes und kostengünstiges Wohnen ermöglicht. Ein Schwerpunkt wird dabei auf künstlerische Aktivitäten im unmittelbaren Wohnumfeld gelegt, Potenzial bestand auch im Bezug einzelner Vereinsmitglieder zur Bildungs- und Sozialen Arbeit. raum & kommunikation vermittelte zwischen Bauprofis und der Gruppe und übernahm in dem Zusammenhang Moderations-, Koordinations- und Beratungstätigkeiten.

Im Rahmen einer Sockelsanierung wurden in den 15 Wohneinheiten Erhaltungs-, Verbesserungs- und Wohnungsverbesserungsarbeiten durchgeführt, sowie ein zusätzlicher Ausbau des Dachgeschosses erfolgte, wodurch 14 geförderte neue Mietwohnungen entstanden. Grünflächen im Innenhof und eine Gemeinschaftsdachterrasse stehen allen MieterInnen zur Verfügung.

Die Hausgemeinschaft setzt sich aus einzelnen, unterschiedlichen Haushalten zusammen, die über persönliche Beziehungen, die Idee des nachbarschaftlichen Wohnens und die Nutzung eines vom Verein angemieteten Gemeinschaftsraums zusammenfinden und die soziale und räumliche Gestaltung des Hauses mitbestimmten. Die so entstandene Gemeinschaft soll den Alltag der BewohnerInnen bereichern, ihn in schwierigen Situationen erleichtern und zu einem stabilen und unterstützenden nachbarschaftlichen Gefüge beitragen.

Wohngruppe Grundsteingasse 32

Von der Idee zum Projekt
Ausgangspunkt für das Wohnprojekt Grundsteingasse war im Jahr 2006 die Vision einer solidarischen Hausgemeinschaft, in der Menschen mit unterschiedlichen Lebensentwürfen generationenübergreifend zusammenwohnen. Gemeinschaftseinrichtungen sollte es geben, eventuell auch Arbeitsplätze, und in urbaner Lage sollte sich das Projekt befinden. Gegen den Trend zur Vereinsamung und Vereinzelung wollte man eine Alternative schaffen, gerade auch im Hinblick auf das Leben im Alter.

Die InitiatorInnen wandten sich mit Ihrer Idee an raum & kommunikation. Gemeinsam wurden die verschiedenen Wege zum Ziel in Betracht genommen. Die Gruppe war bereits erheblich gewachsen, als sie sich 2007 entschied, die Kooperation mit einem Bauträger anzustreben. raum & kommunikation stellte dafür die Kontakte her.

Im Frühjahr 2008 wurde von der PUBA Privatstiftung zur Unterstützung und Bildung von ArbeitnehmerInnen das Angebot unterbreitet, die Wohnprojektidee in dem gerade erstandenen Sanierungshaus in der Grundsteingasse umzusetzen.

Das Sanierungsvorhaben
Das weitgehend leerstehende Haus wurde nach den Plänen von Arch. Wolf Klerings generalsaniert, grundlegend umgebaut und aufgestockt.

Die Wohngruppe
Die Wohngruppe fand über Mundpropaganda zusammen. Ihre Mitglieder sind zwischen Mitte zwanzig und Anfang siebzig, wobei der Frauenanteil deutlich überwiegt. Vier Wohnungen wurden durch das Wohnservice Wien vergeben, drei BestandsmieterInnen leben im Haus.

Die Gruppe hat einen Verein gegründet, um ihre gemeinsamen Belange zu regeln und gegenüber dem Eigentümer des Hauses, der PUBA, zu vertreten. Zusammen mit raum & kommunikation wurde eine Kooperationsvereinbarung zwischen Verein und PUBA erarbeitet, die dem Verein Informations- und Mitspracherechte sichert.

Die Planungsbeteiligung
Unter der Leitung des sanierungserfahrenen Architekten Wolf Klerings konnten sich die zukünftigen BewohnerInnen und die BestandsmieterInnen an der Planung ihrer Wohnung beteiligen. Auch wenn der Altbau viele Vorgaben mitbrachte, konnten doch viele kleine Änderungen zur Passgenauigkeit der Wohnungen für die zukünftigen BewohnerInnen beitragen. Auch bei der Planung für die allgemeinen Teile des Hauses brachte sich die Wohngruppe ein. raum & kommunikation übernahm Koordination und Kommunikation, bis die Gruppe stabile Strukturen aufgebaut hatte.

Im November 2010 wurde mit den Sanierungsarbeiten begonnen, im Juni 2011 wurde die Dachgleiche gefeiert und am 29. Juni 2012 konnten die BewohnerInnen die Wohnungen beziehen und ihr Projekt mit Leben füllen.