Kooperatives Planungsverfahren Berresgasse / Ziegelhofstraße

Kooperativer Planungsprozess Berresgasse

Nach einem zweistufigen Auswahlverfahren war raum & kommunikation planend an der Erstellung des städtebaulichen Konzepts für das Stadtentwicklungsgebiet Berresgasse / Ziegelhofstraße in 1220 Wien tätig. Das Gebiet Berresgasse / Ziegelhofstraße liegt zwischen den Ortskernen Breitenlee und Hirschstetten und wird derzeit landwirtschaftlich genutzt.  Gemeinsam mit den KollegInnen aus Architektur, Städtebau, Landschaftsplanung und Verkehr entstand im Rahmen eines kooperativen Verfahrens ein Entwurf für ein Stadtviertel mit ca. 2.500 – 3.000 Wohnungen und Flächen für Büro, Nahversorgung, Freizeiteinrichtungen sowie sozialer Infrastruktur.

Drei städtebauliche Achsen rahmen bzw. gliedern das Entwicklungsgebiet: Die funktional, atmosphärisch und räumlich umfassend aufgewertete Berresgasse im Süden, die Ziegelhofstraße, die gemeinsam mit dem Uferbereich des Hirschstettner Badeteichs als Aufenthaltsraum („Riviera“) aufgewertet wird, und die Achse „An der Neurisse“. Letztere bildet gemeinsam mit der geplanten Wasserfläche einen zentralen Raum im Gebiet und bietet die Möglichkeit eines städtebaulichen Anschlusses Richtung Norden. Eine weitere Nord-Süd orientierte Achse entlang der Schule ist als Grünachse ausgebildet.

Acht 20m breite Gassen („Spielspangen“) durchmessen das Gebiet in Nord-Süd-Richtung, 5m breite Wege (Kapillaren) in Ost-West Richtung. Dieses Netz, das sich an den Kapillaren zusätzlich durch grüne Binnenräume (Parktaschen) erweitert, ergibt ein Muster aus unterschiedlich großen Bauplätzen.

Dieses klare städtebauliche Grundmuster bietet mehrere Vorteile. Es ermöglicht (1) eine hohe städtebauliche Dichte, (2) eine nahezu idealtypische Orientierung der Gebäude (Ost- West) und den Einsatz wirtschaftlicher Gebäudetypen, (3) ein engmaschiges Wegenetz im Stadtviertel, (4) ein lückenlos umgebendes Freiraumkontinuum an öffentlichen Räumen und (5) zuordenbare Adressen.
Die Gestaltungsidee ist bestimmt von der engen Verzahnung der Bauplätze mit den öffentlichen Grün- und Freiräumen. Um die Belichtung der Gebäude und die Besonnung der umgebenden Freiräume zu ermöglichen, ist eine abwechslungsreiche Höhenstaffelung mit 4 vorgegebenen Bauklassen (von 2 bis max. 11 Geschoßen) vorgesehen. Mindestens die Hälfte der Dachflächen pro Bauplatz sollten begrünt nutzbar, gut ausgestaltet und begehbar sein.

Städtebaulicher Ideenwettbewerb Ludlstraße München

Das Areal an der Ludlstraße soll städtebaulich entwickelt und neu bebaut werden. Zur Findung eines geeigneten städtebaulichen und landschaftsplanerischen Konzeptes wurde ein Planungswettbewerb (nichtoffener Ideenwettbewerb mit einem vorgeschalteten offenen Bewerbungsverfahren) durchgeführt.

Der Wettbewerbsbeitrag ist u.a. durch folgende zentrale Merkmale geprägt:

  • Zentrum des neuen Quartiers ist die ‚Friedenheim-Promenade’, zwei die Ludlstraße flankierende ein- bis zweigeschossige durchlässige Zeilenbauten (Konzentration der sozialen Infrastruktur und Gemeinschaftseinrichtungen)
  • Die flankierende Bebauung an der Ludlstraße ist transparent und durchlässig, dies ermöglicht die Verzahnung der Bebauung über die Ludlstraße hinweg
  • Die Bebauung öffnet sich zum Freiraum und verknüpft neue und bestehende Freiraumelemente; bestehender Baumbestand kann erhalten werden
  • Der Freiraum wird in ein differenziertes und ausgewogenes System aus öffentlichen, halböffentlichen und privaten Zonen mit unterschiedlichsten Raumatmosphären und Maßstäblichkeiten unterteilt